Heimatverein Eystrup Grafschaft Hoya e.V.

Geschichtsträchtige Orte uns Sehnswürdigkeit in Eystrup

Station 16
Wiege des Eystruper Senfs

Gastwirtschaft, Hokenhandel und Senfmanufaktur

Standort der ehemaligen Eystruper Brinksitzerstelle Nr. 67 (heute Hauptstraße 56).

Hier begann der Quartiermeister Johann Ludwig Lehmann im Jahre 1809 mit der Herstellung des Eystruper Senfs.

Nach seinem Tode wirkte hier sein Sohn Philipp Carl Georg als Gastwirt, Hokenhändler und Senfproduzent.

1873 verlegte er die Fabrikation auf den alten Vollmeierhof Nr. 41 an der Straße
Zur Zwillingslinde 2 in Eystrup.

Wiege des Senf

Aus der Chronik der Senffabrik Leman

1809
"Als 39 jähriger aus Frankreich zurückgekehrt, begann der Quartiermeister im 3. Churfürstlichen Hannoverschen Reiterregiment Rittmeister Johann Ludwig Leman, eine Nachfahre des Stammvaters Bogislaw Lemanowsky, geb. 1575 in Posen (Polen) mit der Herstellung von Senf, einem in Deutschland bisher ziemlich unbekannten Gewürz.

Bereits 1790 besaß er in Eystrup im Hannoverschen einen Krämerladen, verbunden mit einer Gastwirtschaft auf dem jetzt Leydeckerschen Grundstück.

Beides sowohl seine in Frankreich gesammelten gastronomischen Erfahrungen als auch sein Handel mit Materialwaren mögen ihm die Veranlassung zu seinem neuen Gewerbe gewesen sein.

Wiege des Senf

Allein, ohne fremde Hilfe drehte er anfänglich den Mühlstein, in dessen Aushöhlung eine Kugel die Senfkörner zermahlte, bis er später, in Hermann Röver, einem Eystruper Bauersmann, eine tatkräftige Unterstützung fand. 

Die Zipfelmütze auf dem Kopf, den Gurt über der Schulter schob Senfmüller Röver den mit schweren Senfkübeln beladenen Schubkarren über die ausgefahrenen Feldwege bis Nienburg oder Verden etliche Male in der Woche, denn der Absatz des Gewürzes war beschränkt und lohnte nicht die Kosten des Fuhrwerks. 

Wiege des Senf

Erst mit der im Jahre 1832 erfolgten Fertigstellung der Chaussee Hannover Bremen konnte Johann Ludwig die besseren Liefermöglichkeiten mit Hilfe eines Fuhrwerks ausnutzen.

Wiege des Senf

1850
Von den zehn Kindern Ludwigs und seiner Frau,  geb. Swier war Philipp Leman berufen das Eystruper Gewerbe des Senfmachens nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1850 weiterzuführen und auszubauen.   

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Inschrift am Balken des oben abgebildeten Gründerhauses

1873
Umsiedlung des Betriebes von der Hauptstraße 56 zum neuen Standort "Zur Zwillingslinde 2".

Philipp Leman und Frau Charlotte geb. Hinrichs im Kreis Ihrer Kinder links Wilhelm, rechts Alexander
Philipp Leman und Frau Charlotte geb. Hinrichs im Kreis Ihrer Kinder links Wilhelm, rechts Alexander
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