Heimatverein Eystrup Grafschaft Hoya e.V.

Villa Strube

Villa Stube

Sehr geehrte Besucher,
viele der hier gezeigten historischen Aufnahmen stammen aus den Unterlagen von Gerhard Rosebrock,
die er als Chronist des Eystruper Heimatvereins über viele Jahre zusammengetragen und niedergeschrieben hat.
Dafür gebührt ihm unsere große Anerkennung und unser herzlicher Dank.
Danken möchten wir aber auch Frau Dr. Klein, die uns freundlicherweise viele Aufzeichnungen
und Aufnahmen aus Ihrer Familienchronik zur Verfügung stellte.
Villa Strube
Reproduktion einer Bleistiftzeichnung aus dem Familienbesitz
Ansicht um 1900
Ein kurzer Abriss der Geschichte der Villa Strube.

Wer kennt sie von uns Eystrupern nicht, die Villa Strube. Einst Anwesen wohlhabender Herrschaften mit Höfen und Gärtnerei, nach Ende des 2. Weltkrieges Residenz des Befehlshabers der britischen Streitkräfte und heute im Besitz der Tieräztin Dr. Maria Klein mit ihrem Gestüt.

Den ersten Hinweis auf das Anwesen der heutigen Villa Strube findet man 1786, als der Besitzer des Eystruper Rittergutes, Land- und Schatzrat der Grafschaft Hoya, Jo Albrecht Becquer, auf dem heutigen Anwesen der Villa Strube ein hannoversches Land-/Jagdhaus errichten ließ.
Villa Strube
Nachdem das Rittergut Jahre später in den Besitz des Hauptmann August von Hugo übergegangen war, verkaufte es dieser einschließlich aller dazu gehörenden Ländereien und Wälder 1863 für 7700 Taler an den wohlhabenden Bankier und Kaufmann August Schröder, dem große Zuckerrohr- und Tabakplantagen in den holländischen Kolonien sowie ein Handelshaus in Amsterdam gehörten.
Villa Strube
Die Villa Strube
auf einer historische Postkarte von 1908

Schröder ließ das Haus 1867 durch den Bremer Architekten Runge umbauen und erweitern.
Villa Strube
Die Villa Strube
auf einer historische Postkarte von 1936

1868 heiratete August Schröders Tochter Johanne (Jeanette) den Augenarzt Dr. Georg Strube aus Braunschweig. (Erster Bremer Augenarzt!)

Aus dieser Ehe gingen 7 Kinder hervor. Das 3. Kind, geboren 1871, war August Strube.

Er übernahm nach dem Niedergang und der Liquidation des Handelshauses Schröder 1882 zusammen mit seinem jüngeren Bruder Leopold das Rittergut und die Villa Strube.

Auf dem Grundstück wurde ein weiteres Wohnhaus, ein Stallgebäude mit Pferdeboxen und Nebenräumen sowie eine "Remise", ein Wirtschaftsgebäude für Fahrzeuge und Geräte gebaut.
Villa Strube
Das erste Gebäude auf dem Anwesen der heutigen Villa Strube
Aufnahme um 1900

Da Leopold Strube die Bewirtschaftung des Eystruper Rittergutes nicht fortseztzen wollte, wurde es 1894 verkauft.

Dr. August Strube übernahm die Villa.

Seine Schwester Johanne (Hanny) Strube verwaltete den Besitz.
Villa Strube
Hausangestellte beim Wäschebleichen im Garten
links Sophie Linge, spätere Sophie Eine

Es wurde mit der Ausbildung von Hausangestellten, Köchen, Gärtnern u.a. begonnen.
Villa Strube
Die Köchin der Villa Strube liebevoll "Mutti" genannt.
Aufnahme Anfang der 30er Jahre

Hausangestellte der Villa Strube
links Sophie Linge, spätere Sophie Eine,
Aufnahme Anfang der 30er Jahre
Villa Strube
Hausangestellte beim Blumengießen
im Wintergarten der Villa Strube
Villa Strube
Nordostseite der Villa Strube
Aufnahme aus den 20er Jahren
Villa Strube
Südseite mit dem Haupteingang
Aufnahme aus den 20er Jahren
Villa Strube
Mitglieder der Familie Strube beim Croquetspielen im Garten der Villa Strube in den 20er Jahren.
Villa Strube
Bewohner und Mitglieder der Familie Strube anlässlich einer Familienfeier auf der Terasse der Villa im Jahr 1931.
Villa Strube
Von links:
Dr. August Strube, August Rodewald, Oskar Trefftz, Johanne Strube, Clara Abegg, Nora Arens, Martha Strube und Laura Abegg

Die Innenräume der Villa zeugten vom Wohlstand der Familie.

Dr. Strube war von 1900 bis 1902 Syndikus der Handelskammer, danach Vorstandsmitglied der Deutschen Nationalbank in Bremen.

1907 wurde er zum Mitglied des Plenums der Handelskammer gewählt und war 1919 deren Präses.
Villa Strube
Salon von Frau Johanna (Hanny) Strube
Aufnahme aus den 20er oder 30er Jahren

Im Speisezimmer der Villa befanden sich sechs große Wandbilder des holländischen Landschaftsmalers Juriaan Andriessen (1742-1819) aus dem Jahre 1784.

Sie zeigten den Verlauf eines Flusses von der Quelle bis zum offenen Meer in einer arkadischen Sommerlandschaft.

1943-1945 kamen alle Familienmitglieder, die durch Bomben ihre Häuser verloren hatten, nach Eystrup.

Am 9. April 1945 besetzten britische Truppen Eystrup und beschlagnahmten die Villa Strube. Die Bewohner mussten sie sofort räumen.

Die große Wandbilder konnten vor der Vernichtung gerettet werden.
Villa Strube
Das Speisezimmer der Villa Strube
Aufnahme aus den 20er oder 30er Jahren

Im Dezember 1945 kam es bei der Weihnachtsfeier des britischen Befehlshabers General Horrocks zu einem Schornsteinbrand.

Obwohl die Feuerwehren aus der näheren Umgebung schnell anwesend waren, wurde ihnen der Zutritt zum Grundstück verwehrt, weil es sich jetzt um ein Miltärgelände handelte.

Das Vorderhaus brannte vollständig ab.
Villa Strube
Gemälde-Zyklus des holländischen Landschaftsmalers Juriaan Andriessen (1742-1819) aus dem Jahre 1784.
Aufnahme aus den 20er oder 30er Jahren

Die Ruine wurd anschließend zum Schutz mit einem Notdach versehen.

1951 wurde das Vorderhaus abgerissen und verkleinert neu aufgebaut.

1952-1953 erfolgte der Innenausbau und Umbau nach englischen Plänen als Residenz für den Kommandeur der britischen Streitkräfte.

Das Anwesen wurde bis 1993 von den Engländern genutzt.
Villa Strube
1955 schenkte Martha Strube, die Ehefrau des 1947 verstorbenen Generalkonsuls Dr. August Strube der Handelskammer Bremen die Wandbilder.

Dort zieren sie heute immer noch die Wände des Landschaftssaals im Haus Schütting, dem Sitz der Handelskammer Bremen.
Villa Strube
Der Landschaftssaal im Haus Schütting in Bremen
Mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Frank Pusch, Bremen
www.pusch.com
1991 Im November kam die Prinzessin Anne zu Besuch in die Villa nach Eystrup.

1993 zogen die Engländer aus der Villa aus.

Gegen Ende des Jahrhunderts wurde die Villa verpachtet und zur Gaststätte umgebaut.

Im Mai des Jahres 2003 pachtete eine Fachärztin für Allgemeinmedizin die Villa Strube und richtete eine Arztpraxis ein.

Heute wird sie von einer Jugendhilfeeinrichtung genutzt.
Villa Strube
Rückseite der Villa Strube
Aufnahme 2012
Villa Strube
Ehemalige Wagenremise und Waschhaus der Villa Strube
Aufnahme 2012
Villa Strube
Die ehemalige Gärtnerei Strube
Auf dem Grundstück der Villa Strube in den 30er Jahren
Villa Strube
Im Gewächshaus
Gärtnermeister Anton Strohmeyer
Villa Strube
Im Gewächshaus
Mitarbeiter/innen mit Hund
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Beim Mistausbringen

von links:
unbekannt, Sophie Niemann, Christian Lührs und Anton Strohmeyer
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Vor dem Gewächshaus,
in der Mitte Christian Lührs, rechts Anton Strohmeyer
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Vor dem Gewächshaus,
in der Mitte Christian Lührs, rechts Anton Strohmeyer
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Vor dem Gewächshaus,
in der Mitte Christian Lührs, rechts Anton Strohmeyer
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Vor dem Gewächshaus,
in der Mitte Christian Lührs, rechts Anton Strohmeyer
Villa Strube
Obere Reihe von links:
Herr Röpe, Sophie Hapke, Christian Lührs, Ella Lakemann, Dora Lührs, unbekannt, Gärtnerin, Heinrich Frerking, Frau Clasen, Gärtnermeister Strohmeyer, Herr Meierling, Frau Niemann, Herr Brinkmann, Sophie Kaup, Frau Röpe, Fidi Kaup, Johanna Strube,
sitzend von links:
Frau Brinkmann, Frau Strohmeyer, Frau Meyerling, Gärtnerin, Fräulein Linge, Dorothea Brinkmann
Ernteumzug 1936
Mit geschmückten Pferdewagen der Gärtnerei Strube.

vor dem Haus Wiese an der Doenhauserstraße 1, rechts das Wohnhaus des ehemaligen Hofes Schumacher, heute Wiechmann.
Villa Strube
Ernteumzug 1936
Mit geschmückten Pferdewagen der Gärtnerei Strube. im Hintergrund das Wohnhaus des ehemaligen Hofes Schumacher, heute Wiechmann.
Villa Strube
Gärtnerei Strube
Mitarbeiter/innen bei der Arbeit
Villa Strube
Gartenarbeit mit Esel
Da die Pferde kriegsbedingt eingezogen wurden, erfolgte die Gartenarbeit ab 1941 mit einem Esel.
Villa Strube
Gartenarbeit mit Esel
Trotz harter Zeiten hatte man bei der Arbeit auch mal Zeit für Späße.
Villa Strube
Zum Besitz der Familie Strube gehörten neben der Villa Strube auch noch die auf dem Grundstück befindliche große Gärtnerei, in der zahlreiche Eystruper tätig waren und der sogenannte "Strubenhof" in der Doenhauser Straße 37. Diesen Hof erwarb August Strube 1915 von der Familie Blanke, deren Söhne im Krieg gefallen sind. Heute ist der Hof im Besitz von Dr. Fritz Strube, Bremen. Der Hof wird von der Familie Trantel bewirtschaftet.

Der Strubenhof
in der Doenhauserstaße 37,
Aufnahme 2008
Villa Strube
Der ehemalige Verwalter des Strubenhofes,
Dietrich Brinkmann

mit seinen Pferden.
Aufnahme 1935
Villa Strube