Heimatverein Eystrup Grafschaft Hoya e.V.

Eystrups Gasthäuser

Standort 6
Gasthaus "Zum Fuchsloch"
Doenhauser Straße 3, (alt Nr. 32)

1701 ließ der Brinksitzer Antonis Hokemeyer (1629-1702) auf seinem Grundstück an der heutigen Doenhauser Straße 3 ein niederdeutsches Zweiständerhaus errichten.

Im Vergleich mit anderen Fachwerkhäusern dieser Region weist es jedoch eine große Besonderheit auf.

Hoyaer Wochenblatt vom 01.08.1902
Doenhauser Straße 3, um 1960

Inschrift auf dem Torriegel des ehemaigen Zweiständeshauses:

„GOTTES SEGEN MACHET REICH OHNE MÜHE - ANNO 1701 - ANTONIES HOKEMEYER - MEIKE RÖFERS - DEN 11. MAI".

Ansichtskarte von 1903
Inschrift auf dem Torriegel vor dem Abriss des Gebäudes 2012
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Heinz Riepshoff vom Bauernhausarchiv der Grafschaften Hoya und Diepholz in Syke erläutert in seinem abgebildeten Buch diese große Besonderheit.

Hoyaer Wochenblatt vom 25.05.1903
Mit freundlicher Genehmigung des
Bauernhausarchives der Grafschaften Hoya und Diepholz in Syke
Längsschnitt mit Blick auf die linke Städerreihe

Abweichend von der gängigen Bauweise der niederdeutschen Bauernhäuser, die auf beiden Seiten der Diele Viehställe und offene Luchten haben, verfügte dieses Gebäude seit jeher auf der linken Seite über eine geschlossene Lucht,  einen Backraum und einen geschlossenen Gastraum, der auch von dem angrenzenden Backraum beheizt werden konnte.

Heinz Riepshoff geht deshalb davon aus das dass das Gebäude nicht nachträglich sondern von Anbeginn an als Bauernhaus mit Gastraum gebaut wurde.

Wie weiter überliefert ist, war dieses Gebäude kein öffentliches Gasthaus.

Der Raum wurde ausschließlich vom Militär aus Verden genutzt, das seine Manöverausritte bis nach Eystrup durchführte.

Neben dem Haus gab es eine Reitbahn, auf der die Pferde abgeritten werden konnten.

Das Gasthaus existierte noch bis Ende des 18. Jahrhunderts.

Hoyaer Wochenblatt vom 11.10.1896
Grundriss des ehemaligen Hauses Doenhauser Straße 3
Mit freundlicher Genehmigung des
Bauernhausarchives der Grafschaften Hoya und Diepholz in Syke

2012 wurde das Gebäude abgerissen...

Rechts im Bild Paul Heimerl in seinem Verkaufspavillon neben der Schranke,  der im Volksmund "Giftbude" genannt wurde, weil dat dor wat gift.
Abriss 28.03.2012

...und mit dem Originalständerwerk als Ferienhaus in der Nähe von Dibbersen wieder aufgebaut.

Zum Ferienhaus Dibbersen

Rechts im Bild Paul Heimerl in seinem Verkaufspavillon neben der Schranke,  der im Volksmund "Giftbude" genannt wurde, weil dat dor wat gift.
Inschrift auf dem Torriegel nach dem Wiederaufbau des Gebäudes 2013
Aufnahme Juni 2016
Ferienhaus Dibbersen, Aufnahme 2013
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